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Genderproblematik bei Maisverkaufenden

Dass sich die Arrondissements unterscheiden und je nachdem ihren ganz eigenen Stil haben, merkt man allerspätestens dann, wenn man bei 'Barbès-Rochechouart' (also bei uns um die Ecke) ein- und bei der Station 'Louvre' wieder aussteigt. Die Veränderungen sind so markant, weil man sie nicht kommen sieht; der Untergrund verändert sich nämlich nicht. An den Wänden des Pariser U-Bahn Netzes hat es unzählige Tags, die von unzähligen Gangmutproben zeugen; die 'Künstler' scheinen keine Linie zu präferieren. Was sich allerdings auf der Oberfläche tut ist gewaltig: Je näher man dem Stadtzentrum kommt, desto breiter werden die Strassen; die kleinen Lebensmittelläden verschwinden und auch der Abfall scheint auf wundersame Art in die Kübel und nicht in die Randsteinrinne zu wandern. Und - man staune - die Menschen werden heller; sie haben, wenn überhaupt, höchstens noch 2 Kinder bei sich und keines davon wird auf den Rücken gebunden. Und: Die MaisverkäuferInnen verschwinden mit der sinkenden Zahl der Arrondissements vollkommen! Steige ich bei einer der Stationen in der Nähe unserer Wohnung aus der Métro, sehe ich sie immer als erstes: Frauen und Männer, die - mit Vorliebe im Feierabendchaos - Maiskolben verkaufen. Für 55 cent kriegt man einen gesalzenen, gedämpften oder gebratenen, Maiskolben, eingewickelt in ein Stück Haushaltpapier.
Was mir als Genderpolizistin im Dauerdienst dabei aufgefallen ist: Die Frauen verkaufen nur gedämpfte Maiskolben, die Männer nur gebratene! Und zwar ausschliesslich!!
Während die Frauen ihre Maiskolben, bereits gedämpft aus einer grossen Einkaufstasche auf Rädern zaubern, haben die Männer meist eine interessante Konstruktion bestehend aus einem Einkaufswagen, einer kleinen Metalltonne für das Feuer und einem Rost obendrauf.
Wie es wohl soweit gekommen ist, dass sich sogar der MaisverkäuferInnenmarkt geschlechtlich segregiert hat? Meine Dozentin an der Uni, bei der ich zwecks Auffrischung gängiger Klischees das Seminar 'travail et rapports sociaux de sexe' besuche, wäre bestimmt sehr interessiert an diesem Sachverhalt...
Kommentare (1)  Permalink

Kommentare

mareien @ 15.10.2007 17:42 CEST
"Auffrischung gängiger klischees"? Erklär mir das mal, meine liebe.

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