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Lozärner Läbchueche...

...geh ich jetzt dann gleich backen, denn mein Grosi hat mir Lebkuchengewürz geschickt, juhui! Und dann: STREIK, jawohll! Weil wir ja hier in Frankreich sind und alle streiken, tu ich das jetzt auch. Und zwar so lange bis mein Mitbloger mindestens halb so viele Beiträge gepostet hat wie ich! (Frohe Weihnachten und ein gutes, neues Jahr also bereits jetzt :-)
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Kein Grund zur Sorge?

Villiers-le-Bel ist zwar weit weg (18 km nördlich) und deshalb müssen wir nach wie vor auf unsere Heizung Marke 'Noirot' vertrauen und können keine brennenden Autos als Wärmequelle verbuchen, allerdings haben sich in den letzten Tagen andere Dinge in der Stadt abgespielt, die uns eher betreffen: Gestern Nacht wurde eine junge Frau im RER erstochen, weil sie einen Vergewaltiger abzuwehren versucht hat; einige Nächte zuvor soll auf dem Campus in Nanterre eine junge Frau vergewaltigt worden sein.
Die Stimmung scheint allgemein sehr gespannt in dieser Stadt. Jeder Auftritt der Polizei macht den Anschein, bloss ein weiterer Fall von Symptombekämpfung zu sein. Das Wort Prävention fehlt im Wortschatz der hiesigen Politiker und die verschiedenen Kürzungen des Staatsbudgets, die vor allem für den service public gravierende Folgen haben werden, machen die Situation nicht gemütlicher. Im Gegensatz zu Frankreich, das im Moment wie ein agressives, vielarmiges, blindes Monster orientierungslos durch die Gegend torkelt, scheint die xenophobe Heimat mit verhältnismässig wenigen Problemen zu kämpfen. Oder mein ich das nur?




PS: Mir gehts gut und ich bin wirklich immer vorsichtig; danke trotzdem der Nachfrage Anna & Mareien!
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Varia

Die letzten Tage waren - wie alle wissen - vor allem geprägt durch den endlosen Streik der Bähnler, der einem sogar die Reise ins Stadtzentrum verunmöglicht oder zumindest vermiest hat (Ellbogen im Bauch, wenn mans trotzdem mit der Métro versucht hat). Viel draussen war ich nicht (Chor und einkaufen ausgenommen) und was passiert wenn man zu zweit über längere Zeit in einer 50 Quadratmeterwohnung sitzt , ist irgendwie auch keinen ganzen Blogeintrag wert (man wird KOMISCH, jawohl!).
Heute ist dann endlich wieder etwas passiert, nämlich Sozialität. Eine Mitstudentin kam zum Znacht und wir haben den Film 'La double vie de Véronique' geschaut. Die Filmmusik hat mir Mareien bereits in jungen Jahren auf Kassette (!) aufgenommen und nun hab ich endlich den Film gesehen. Nicht dass ich mich jetzt als Filmkritikerin versuchen möchte, keine Angst. Nur soviel: wer sich gerne vorstellt wies wohl wäre 'Drei Nüsse für Aschenbrödel' durch David Lynch neu verfilmt zu sehen, ist hier genau richtig. Es handelt sich um einen wunderschönen, irgendwie beunruhigenden Film (mit beunruhigend meine ich nicht die komische 90er Frisur der Hauptdarstellerin), dessen Musik mir auch ohne Bild Gänsehaut macht. Falls ihr also am Sonntagabend nichts vorhaben solltet, kann ich Véronique nur empfehlen!
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So siehts aus!

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Die hohen Lichter...



... des gestrigen Tages.
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Paradies

Es ist kalt hier, kalt mit einem gemeinen Wind, der jedes Stück Haut schindet, das er erwischt. ABER: Wir können die Wohnung heizen. Und zwar auf sensationelle 20°C Z-W-A-N-Z-I-G Grad... Ist das nicht schön? (Die Nebenwirkung: wir werden Ende Winter zwar warm haben, leider wohl aber kein Geld mehr - Jonas, ich brauche Arbeit!!!) Auf alle Fälle ist es sehr schön am Abend in die gemütliche Wohunung heimzukehren, einen Teller Suppe zu essen, sich auf dem Sofa in die Wolldecke zu kuscheln und zu lesen. Quasi Paradies. (An die Uni können wir wegen andauerndem Streik ja immer noch nicht :-). Und bald Vorweihnachtszeit, sprich Kerzen, Tee, Guetzli backen, Weihnachtskitsch, Lämpli und so weiter. Quasi extrem Paradies.
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Police partout, justice nulle part!!

Diese und noch einige andere Dingens habe ich heute auch gerufen und zwar mega laut! Der Anlass war folgender: Im Zuge der Studentenstreiks, hatten einige der Studenten (vor allem Soziologen; die sind hier quasi das politische Bewusstsein) versucht die Jusfakultät in Nanterre zu blockieren. Sie wurden aber leider davon abgehalten: und zwar von einem riiiiiesen Aufgebot der Gendarmerie (also nicht der Polizei, sondern der Armee!!!), die der Rektor gerufen hatte. Dieser wiederum musste wohl eine apokalyptische Beschreibung der herrschenden Zustände abgegeben haben; anders ist der Aufmarsch von etwa 80 Gendarmes in Vollmontur nicht zu erklären. Nebst den netten Menschen in Kampfuniform, der Polizei und diversen Fernsehteams, ist schliesslich auch der Mairie von Nanterre aufgekreuzt um seine Bedenken bezüglich dieser Machtdemonstration zu äussern. Und ja: Wir fanden das auch bedenklich, die wir in der Kälte ausharren mussten und uns von den doofen Jusstudis, die trotzdem an ihre Vorlesungen gegangen sind die Zunge rausstrecken lassen mussten. Insbesondere wenn man bedenkt, dass dies die zukünftigen Träger der Justiz sind... "Gott bhüet mi!" würde da mein Grosi sagen.
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Biblio II

Uiuiui: Die Gruppenarbeit scheint zu einer Paarberatung auszuwachsen...
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In der Biblio

Ich sitze grad in der Biblio (riiiiiiieesiger Raum mit grooooossen Tischen und viiiiiiielen Büchern; für all jene, die sich bildlich vorstellen möchten, was eine Bibliothek hier ist :-) und da hat es also jede Menge fleissige Leute um mich herum. Vis à vis sitzt eine junge Dame, deren schwarzes Knopfpiercing - in der Mitte zwischen Oberlippe und Nase angebracht - mich schon den ganzen Vormittag schwerstens irritiert und vom konzentrierten Arbeiten abhält. Es sieht aus wie ein schwarzes grusiges Etwas und man möchte ihr am liebsten ein Taschentuch zur Beseitigung reichen. Dass sie die ganze Zeit Freud liest und dazu selig lächelt, machts auch nicht besser... Links von ihr sizt ein junger Mann, der alle 5' über seinen Ökonomiebüchern einschläft, zu seiner Rechten sitzt ein weiterer junger Mann, der sich Kopfhörer in die Ohren gestöpselt hat und alle Stunde mal wieder einen Telefonanruf entgegennimmt und sich sehr freundschaftlich nach dem Befinden des Gesprächspartners erkundigt und im Gegenzug selbst gerne erzählt, wo er grad so ist und was er grad so macht. Auf meiner Tischseite sitzt dann noch eine entstehende Gruppenarbeit, deren Qualität ich zu bezweifeln wage, sehen die drei Menschen, die involviert sind doch sehr stark danach aus als würde sie in der Pause eher dem campuseigenen Grashandel fröhnen, als sich nur einen Kaffee zu gönnen. Ja und dann sitz da eben noch ich, die ich einen Text in französischer Sprache verfassen sollte aber lieber sinnlos umenblöggeln tu... eine schöne Truppe, nicht?
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