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Süssigkeiten

Gestern im Bois de Boulogne: Nach ausgiebigem Spaziergang fanden wir einen dieser verheissungsvollen Stände, die warme Waffeln verkaufen. Da man sich ja sonst nichts gönnt (mal abgesehen von diesem wunderbar herrlichen Frühlingsspaziergang), war die Entscheidung rasch gefällt: Waffeln mit Schokolade sollten es sein, ofenwarm und extrem süss. Gesagt, getan, 5 Minuten später standen wir da mit diesen Köstlichkeiten.
Während selbst kleine Kinder ihre Waffeln spazierend verschlangen, war es mir nicht vergönnt, mich gleichzeitig der Waffel und dem Weg zu widmen. Ich stellte mich also an den Wegrand und versuchte der Waffel Herrin zu werden; es wollte mir aber partout nicht gelingen. Während die kleinen Kinder, ihre Eltern und auch L. die Waffeln ganz normal essen konnten, bekleckerte ich meine Jacke, meine Hose, meine Schuhe, meine Socken und den Weg ausgiebig mit Schokolade (Gesicht und Hände sollen an dieser Stelle galant ausgelassen werden). Die kleinen Kinder zeigten mit dem Finger auf mich und gabe vielsagende Laute wie "Bäh" von sich und die Eltern verzogen das Gesicht. Einzig L. zeigte Mitleid und half mir zumindest die offensichtlichen Schokoladeflecken zu entfernen (Gesicht...), jedoch nicht ohne dabei mit seinem lauten Lachen (ja echt!) noch mehr Leute auf mich aufmerksam zu machen. Herzlichen Dank an dieser Stelle!!
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So ists!

Kaum 3 Tage geschafft und schon 5 Stunden Überzeit. So ists! Und heute dank Abwesenheit der Chefin und Nierenkolik der Mitarbeiterin den Laden auch schon einen halben Tag allein geschmissen (ein grosses Wort, schliesslich hab ich ja noch nicht so den Überblick was man alles schmeissen kann). Zu den glorreichen Aufgaben des Tages gehörte: Den Informatikdienst zu informieren dass der Rundmail Versand permanent fehlschlägt, die Chefin erreichen, den Typen vom Hausdienst dazu zu bewegen endlich Klopapier zu liefern (ja, hier herrschen andere Zustände :-)), von der Seife ganz zu schweigen, die Chefin erreichen, den Informatikdienst belästigen weil ich meinen Emailaccount immer noch nicht habe (bald kenn ich da alle), die Chefin erreichen, Rendez-vous festsetzen, Rendez-vous absagen, die Chefin erreichen. Schliesslich kam dann aber alles gut und der krönende Abschluss des Tages war das Visionnieren einer eeeeextrem schlecht gespielten, ägyptischen TV-Serie ("Da spielen alle grossen Schauspieler des ägyptischen Kinos mit" Aha...) aus den Achtzigern über das Leben eines wichtigen ägyptischen Literaten um die Jahrhundertwende. So ist's!
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Semesterende

Heute beginne ich also zu arbeiten (nicht zu früh, sonst würde ich bereits schlafen) und das ohne dass ich mich bei der sécurité sociale hätte einschreiben können, also ohne dass ich die nötigen Dokumente beieinander hätte um die umgerechnet 600.- Franken Lohn auch zu bekommen. Schuld ist - wer hätts gedacht - mal wieder die französische Bürokratie, die mir Steine in den Weg legt, als hätte sie gar nix anderes zu tun. Doch davon nicht jetzt. Lieber möchte ich hier davon sprechen dass sich meine Beziehung zur Uni Nanterre schlussendlich doch noch von Ab- in Zuneigung verwandelt hat. Dies hat mehrere Gründe: zum einen den freundlichen Professor, der meine erste schriftliche Arbeit mit etwas mehr als der Hälfte der Punktzahl benotet hat ohne zu bemerken dass ich nicht französischer Muttersprache bin (er auch nicht; das erklärt so einiges :-)) und zum anderen die Bibliothekarin, die mir gestern, als ich meine Bücher zurückgebracht habe, einen Notizzettel mit diversen Literaturtipps hingestreckt hat. Nachdem ich nämlich vor eineinhalb Wochen das letzte Mal in der Sozbib war und sie gefragt habe, ob sie nicht eventuell wisse, wo ich ein Buch zu einem bestimmten Thema fände, hat sie in der Zwischenzeit eine Doktorandin gefragt die auch zu diesem Thema arbeitet und deren Tipps Wort für Wort auf meine Ausleihekarte geschrieben. Vom Tee den ich die letzten beiden Male angeboten bekommen habe ganz zu schweigen. Und nachdem ich mich gestern also zum ersten Mal so richtig wohl fühlte in Nanterre, beginne ich nun morgen an einem Ort zu arbeiten von dem ich bisher nur weiss, dass alles sehr provisorisch ist. Schade, irgendwie.
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