Listen
Die Zeit rast, die Tickets sind gebucht, der ******** rückt näher. Gleichzeitig scheint die Restpraktikumszeit nicht vergehen zu wollen. Besonders die letzten Tage (noch bis 30. Juni) sind zäh und vergehen nur langsam. Das Arbeitsklima wird immer schlechter, die Leute immer gestresster und müder. Der Spass an der Arbeit (falls es denn so was gibt) hält sich also in Grenzen. Nach einem kleinen (vierstündigen) Eklat de la folle verlässt uns meine Mitpraktikantin bereits heute; verständlicherweise.
ABER: Man ist sicher. Es gibt ein Leben danach!! Und dafür bastle ich Listen mit Dingen die ich machen will/muss. Darunter finden sich Dinge wie:
- Ledertasche kaufen (eine Wochenendverreistasche für wenig Geld, erhältlich bei der Porte Clignancourt)
- Bateaubus fahren
- Rodinmuseum besuchen
- Bankkonto aufloesen
- In Ruhe Kaffee trinken; am Morgen in der Sonne auf einer Terrasse!!!!
- Shopping mit Mitpraktikantin in Belleville
- In Parks rumhaengen und lesen
- Kochen (endlich mal wieder)
- In Ménilmontant essen gehen
- Vélib fahren
- Die Nacht durchtanzen
- Zur Abwechslung mal nicht l. das Geschirr spülen lassen
(Natuerlich mache ich Blogbeitraege nur noch auf Arbeitszeit :-))
Bonsoir votre excellence...
Es gibt Nachwuchs!
Frühling?
Vorboten des Frühlings
- Die Junkies stehen in immer grösseren Scharen vor der Suppenküche um die Ecke
- Morgens um halb 5 ist es angenehm lau
- Vor dem Fenster hats am Nachmittag ein riesen Geschrei (= immer mehr Kinder auf dem Spielplatz)
- Unsere neues Programm ist pink-hellgrün
- Der Chor hält Osterferien (das hab ich bemerkt als das Lokal zur Probezeit geschlossen war)
- Die Engländer, die sich in Paris aufhalten haben erstaunlich wenig an
- Die Leute, die bei der Marie das Büromaterial verwalten haben Frühlingslaune, anders kann ich mir den (ersten!!) riesigen Materialtransport von heute morgen nicht erklären
- man kann draussen Znacht essen (mit Wärmelampe, aber es geht!)
- l. schaut beim Gitarre spielen ab und an aus dem Fenster
Métroparanoia
Seltsam berührt, versuchte ich unauffällig den Besitzer des Seils zu inspizieren (kein leichts Unterfangen, sass ich ja mit dem Rücken zu ihm). Als beim nächsten Halt mein Gegenüber rausmusste, nutzte ich die Gelegenheit mich so zu positionieren, dass ich die Person im gegenüberliegenden Spiegel genauer betrachten konnte. Es handelte sich um eine Frau mit langen, offenen Haaren, kantigen Gesichtszügen, einer "Dächlikappe" und einer Sonnenbrille mit sehr dunkeln Gläsern. Sie trug einen langen, dunkelblauen Mantel, bis zum Hals zugeknüpft. Mit der Hand, die das Seil hielt, fixierte sie gleichzeitig einen sehr alten und abgewetzen Lederkoffer.
Ich fühlte mich zunehmend unwohl. In meinem Geist spielten sich all die Erdrosselungs-Szenen aus sonntagabendlichen Tatortkrimis ab und ich überlegte mir ob mir der dickliche Mann schräg gegenüber wohl zu Hilfe eilen würde, wenn die Verrückte (so nannte ich sie inzwischen) hinter mir mich plötzlich erdrosseln würde. Hätte er überhaupt die Kraft das Seil zu lösen wenn sie erst so richtig zuzog? Hätte sie - die Verrückte - denn überhaupt die Kraft mich zu erdrosseln? Wohl schon, schliesslich können solche Leute doch ungemeine Kräfte entw... St.Michel! Ich musste raus! Gottseidank!
Vielleicht sollte ich in Zukunft bewusst verfolgen wie dieser junge Mann anstatt mich verfolgt zu wähnen :-)

